Projekt zur empirischen Bestandsaufnahme...


...von Gesundheit, Gesundheitsdeterminanten und Gesundheitsförderungsbedürfnissen bei NutzerInnen und MitarbeiterInnen in Deutschland

Background


Die gesundheitliche Situation von NutzerInnen und Pflegekräften in der stationären Altenhilfe, sowie die Möglichkeiten der Gesundheitsförderung stehen in Deutschland zunehmend im Mittelpunkt der Diskussion. Bislang durchgeführte Untersuchungen bezogen sich jedoch meist entweder auf die Gesundheitssituation der BewohnerInnen oder der MitarbeiterInnen. Mit dem Projekt soll eine Bestandsaufnahme der Gesundheit beider Gruppen in Einrichtungen der stationären Altenhilfe erfolgen. Durch die Schaffung einer empirischen Datenbasis soll die Grundlage für eine evidenzbasierte Gesundheitsförderung und Qualitätsverbesserung erarbeitet werden.

Theoretical Approach


Die Generierung einer empirischen Datenbasis in der stationären pflegerischen Langzeitversorgung, um darauf aufbauend empirisch fundierte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in der Langzeitversorgung zu entwickeln, basiert auf Konzepten der Qualitätsentwicklung.

Objectives (Fragestellungen)


  • Wie steht es mit der Ressourcensituation, dem Gesundheitsstatus und der Versorgungsqualität der NutzerInnen?
  • Wie stellt sich die Lage der MitarbeiterInnen in der stationären LTC in Bezug auf Gesundheit und Ressourcen, aber auch Arbeitssituation und –zufriedenheit dar?

Methodologies


In acht kooperierenden Einrichtungen der stationären Langzeitversorgung werden Daten zur gesundheitlichen Situation von NutzerInnen und MitarbeiterInnen erhoben.

  • BewohnerInnen (n=602): Standardisierte Erfassung des Pflege- und Gesundheitszustandes, sowie weiterer Angaben zu soziodemographischen Eckdaten, aufgetretenen Gesundheitsbelastungen und sozialen Aspekten durch speziell geschulte Pflegekräfte.
  • MitarbeiterInnen (n=296): Standardisierte Befragung zu arbeitsbedingten Belastungen und Ressourcen, dem Gesundheitszustand und sozidemographischen Eckdaten.

Kooperationspartner


Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Berlin

Ethical Issues


Die Teilnahme an der Studie erfolgt freiwillig. Die Daten wurden anonymisiert erhoben und ausgewertet.

Status / Timeline


Abgeschlossen.

Results


Der Anteil von BewohnerInnen mit erheblichen bis schweren Einbußen der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten ist hoch (73,9%) und ist inzwischen charakterisierend für die stationäre Langzeitversorgung. Diese Gruppe von BewohnerInnen ist, verglichen mit kognitiv leistungsfähigeren BewohnerInnen, von gravierenderen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit betroffen. Der Trend zur Verkürzung der Aufenthaltsdauer in Einrichtungen der LTC setzt sich fort. Die Mehrzahl der BewohnerInnen hat maximal einmal wöchentlich Kontakt zu Angehörigen oder Bekannten. Bei einem nicht unwesentlichen Teil der BewohnerInnen besteht die realistische Chance, durch gezielten Einsatz therapeutischer Maßnahmen, Anpassung der räumlichen Umgebung oder Optimierung des Hilfseinsatzes eine Verbesserung der Selbstständigkeit zu erzielen.

Eine weit verbreitete gesundheitliche Beeinträchtigung unter den MitarbeiterInnen sind muskuloskelettale Beschwerden. Dennoch bezeichnet die große Mehrheit der MitarbeiterInnen ihren Gesundheitszustand als gut oder besser und empfindet ihre Arbeit als wichtig und sinnvoll. Es scheint als habe herausforderndes BewohnerInnenverhalten, Defizite bei der Arbeitsorganisation und Konflikte bei der Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben einen höheren Einfluss auf gesundheitliche Beschwerden der MitarbeiterInnen als körperliche Belastungen. Gesundheitliche Belastungsfaktoren und Ressourcen für MitarbeiterInnen in der LTC konnten identifiziert werden.

Produkte / Publikationen


Brause,M., Kleina,T., Cichocki,M., Horn,A.(2013):

Gesundheits- und Arbeitssituation von Pflegenden in der stationären Langzeitversorgung - Ergebnisse einer empirischen Untersuchung. Pflege & Gesellschaft, 18 (1), 19-34.

Abstract | Full Text


Kleina,T., Cichocki,M., Schaeffer,D. (2013):

Potenziale von Gesundheitsförderung bei Heimbewohnern - Ergebnisse einer empirischen Bestandsaufnahme. Pflege & Gesellschaft, 18 (1), 5-19.

Abstract | Full Text


Kleina, T., Brause, M., Horn, A., Wingenfeld, K., Schaeffer, D. (2012):

Qualität und Gesundheit in der stationären Altenhilfe. Eine empirische Bestandsaufnahme. Abschlussbericht. Bielefeld Veröffentlichungsreihe des Instituts für Pflegewissenschaft Universität Bielefeld (IPW).


Projektteam


Leitung: Prof. Dr. Doris Schaeffer

Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Annett Horn, Dr. Michaela Brause MPH, Thomas Kleina MPH