Strategien der Gesunden Schule


Modellentwicklung, Gesundheitsmanagement, Capacity Building, Aus- und Weiterbildung für Lehrer/innen

Background


Ausgangspunkt dieses mehrjährigen und in mehreren Teilprojekten durchgeführten Projekts war das nationale Strategieprojekt „Gesunde Schule“, das bereits im Frühjahr 2006 im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gestartet worden war und in das ab Jänner 2007 das Bundesministerium für Gesundheit und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger als Kooperationspartner eintraten. Diese Initiative sollte eine österreichische Strategie für die flächendeckende Umsetzung der schulischen Gesundheitsförderung erarbeiten, Grundlagen für schulisches Gesundheitsmanagement entwickeln, die notwendigen politisch-administrativen Rahmenbedingungen benennen, analysieren und womöglich herstellen oder ihre Herstellung anleiten.

Im Teilprojekt 1: Strategieentwicklung wurde die strategische Grundausrichtung entwickelt und in einem Modell komprimiert und es wurden diesem entsprechende Qualitätsstandards erarbeitet und mit Handlungsoptionen versehen. Um deren Umsetzung zu erleichtern, wurde im Teilprojekt 2: Dienstleister eine Datenbank möglicher öffentlicher oder privater Dienstleister errichtet, die die Schulen qualitätsgesichert unterstützen sollen, sowie im Teilprojekt 3: Aus- und Weiterbildung für Lehrer/innen ein Kurz-Lehrgang für Lehrer/innen entwickelt und getestet sowie die Angebotslage für Gesundheitsförderung an den Pädagogischen Hochschulen untersucht; das Teilprojekt 4: Capacity Building untersuchte die Rahmenbedingungen und Anknüpfungspunkte für die Umsetzung der nationalen Strategie in den Bundesländern.

Teilprojekt 1: Strategieentwicklung

Objectives


Entwicklung und Konsentierung einer Strategie, Entwicklung von Qualitätsstandards, Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die jeweiligen Qualitätsbereiche

Methodologies


Literaturstudien, Organisation und Abhaltung von Workshops mit Expert/inn/en aus den jeweiligen Fachgebieten der Qualitätsbereiche (gemeinsam mit BMUKK), Konsensuskonferenzen.

Kooperationspartner


Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Bundesministerium für Gesundheit, Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger.

Ethical Issues


Im Einklang mit dem Österr. Datenschutzgesetz.

Status / Timeline


2006 / 2007, 2008-2011.

Results


Das Modell der gesunden Schule und die strategische Ausrichtung im Sinne des Gesundheitsmanagements sowie die Qualitätsstandards und Handlungsempfehlungen sind über die Website www.gesundeschule.at oder www.give.at downloadbar.

Grafik Gesunde Schule

Abbildung 1: Die "Gesunde Schule"

 

Produkte / Publikationen


Adamowitsch, M., Flaschberger, E., Felder-Puig, R. (2011):

Handlungsempfehlungen für die Bereiche Ernährung und Bewegung der „Gesunde Schule“-Qualitätsstandards. LBIHPR Forschungsbericht.


Dür, W., Felder-Puig, R. (Eds.) (2011):

Lehrbuch Schulische Gesundheitsförderung. Bern: Hans Huber.


Dür, W., Gerhartl, M., delle Grazie, J., Spitzbart, S., Wilkens, E., Redl, S. (2009):

Projekt Gesunde Schule. Abschlussbericht 2009. Wien: Digitales Druckzentrum BMUKK.


Gugglberger, L., Flaschberger, E., Felder-Puig, R., Alfery, C., Dür, W. (2009):

Schulische Gesundheitsförderung in Österreich: Liste der regionalen Gesundheitsförderungsaktivitäten. Wien: LIHPR Ergebnisbericht.

Projektteam des LBIHPR


Michaela Adamowitsch, Mona Dür, Wolfgang Dür (Projektleitung), Rosemarie Felder-Puig, Edith Flaschberger, Sonja Geyer, Lisa Gugglberger, Eva Mitterbauer

Teilprojekt 2: Dienstleister

Specific Background


Schulen, die bereit sind, der Strategie zu folgen und die Qualitätsstandards umzusetzen, sollten zur Unterstützung des Unterfangens von außen die Hilfe von Dienstleistern in Anspruch nehmen können, die im weitesten Sinn dem Feld der Gesundheitsförderung angehören (von Unternehmensberatern bis Diätologinnen).

Objectives


Erstellung einer Liste mit potenziellen Kandidaten für solche Dienstleistungen; Erfassung in einer Datenbank; als Hilfe bei der Auswahl von Dienstleistern durch die Schulen Erstellung eines Fragebogens zur Selbstbeschreibung; zur Sicherung der Qualität der Dienste Erstellung von Feedback-Fragebögen für die Schulen.

Methodologies


Internet-Recherche (gemeinsam mit BMG), Entwicklung der Fragebögen; Testung durch Expertenurteile von ca. 12 Schulleiter/inne/n.

Produkte / Publikationen


Dür, W., Gerhartl, M., delle Grazie, J., Spitzbart, S., Wilkens, E., Redl, S. (2009):

Projekt Gesunde Schule. Abschlussbericht 2009. Wien: Digitales Druckzentrum BMUKK.

Projektteam


Wolfgang Dür (Projektleitung), Robert Griebler, Eva Mitterbauer

Teilprojekt 3: Aus- und Weiterbildung für Lehrer/innen für die Erfordernisse der schulischen Gesundheitsförderung

Specific Background


Eine umfassende schulische Gesundheitsförderung im Sinne eines „whole-school approach“ bzw. „health-promoting school approach“ gilt in der Regel als erfolgsversprechend. Um derartige Ansätze zu implementieren, bedarf es internationalen Studien zufolge einer entsprechenden Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften hinsichtlich spezifischer Inhalte der Gesundheitsförderung.

Objectives


Entwicklung eines Lehrgangs für Gesundheitsförderung für Lehrer/innen im Kontext ihrer Weiterbildung; Erhebung und Analyse der Lehrangebote zur schulischen Gesundheitsförderung an den österreichischen Pädagogischen Hochschulen, Entwicklung von Empfehlungen für die weitere Forschung und Praxis der Aus- und Weiterbildung zur Gesundheitsförderung für Lehrer/innen

Methodologies


Analysen internationaler Kurs- und Masterprogrammangebote im Bereich Gesundheitsförderung, Analysen der Aus- und Fortbildungsangebote an den österreichischen Pädagogischen Hochschulen (Schlagwortsuche nach „gesund*“); qualitative Interviews mit Vertreter/inne/n der Pädagogischen Hochschulen (n= 14); Fokusgruppen mit Teilnehmer/innen des Pilotlehrgangs „Gesunde Schule“ (n=4).

Kooperationspartner


Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur; Bundesministerium für Gesundheit, Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, Fonds Gesundes Österreich.

Ethical Issues


Im Einklang mit dem Österr. Datenschutzgesetz.

Status / Timeline


2008-2012.

Results


Ein Lehrgang wurde entwickelt und erfolgreich implementiert und evaluiert. Die Publikationen zu Lehrer/innenfort- bzw. -ausbildung zeigen Ergebnisse zum Status quo der Lehrer/innenbildung in Österreich. Die LehrerInnenbildung für Gesundheitsförderung an den österreichischen Pädagogischen Hochschulen ist geprägt von einem Überhang an Inhalten zur Verhaltensorientierung, während die Settingorientierung verhältnismäßig wenig Platz in den Curricula findet. Die Publikation zum Lehrgang befasst sich mit der Kompatibilität von Pilotlehrgang und Schulsetting. Dabei zeigt sich die Wichtigkeit von Kooperationsstrukturen an den Schulen für die erfolgreiche und nachhaltige Implementierung von schulischer Gesundheitsförderung, wie sie im Lehrgang angeregt wird.

Produkte / Publikationen


Flaschberger, E., Gugglberger, L., Felder-Puig, R. (2012):

LehrerInnenbildung für schulische Gesundheitsförderung . Bericht 2: Ausbildung. Wien: LBIHPR Forschungsbericht.


Flaschberger, E., Nitsch, M., Waldherr, K. (2012):

Implementing School Health Promotion in Austria. Experiences From a Pilot Training Course. Health Promotion Practice, 13 (3), 364-369.

Abstract | Full Text


Flaschberger, E., Gugglberger, L., Adamowitsch, M., Gajar, P., Felder-Puig, R. (2010):

LehrerInnenbildung für schulische Gesundheitsförderung – Bericht 1: Fortbildung. Wien: LBIHPR Forschungsbericht.


Dür, W., Gerhartl, M., delle Grazie, J., Spitzbart, S., Wilkens, E., Redl, S. (2009):

Projekt Gesunde Schule. Abschlussbericht 2009. Wien: bm:ukk.

Projektteam


Michaela Adamowitsch, Wolfgang Dür (Lehrgangsentwicklung), Rosemarie Felder-Puig (Projektleitung), Edith Flaschberger, Petra Gajar, Lisa Gugglberger, Eva Mitterbauer (Lehrgangsentwicklung), Martina Nitsch, Karin Waldherr

Teilprojekt 4: Capacity Building und Unterstützungssysteme für schulische Gesundheitsförderung

Specific Background


Es gibt viele Schwierigkeiten und Hürden für Schulen, Gesundheitsförderung zu implementieren. Capacity Building in Schulen und in der Umwelt der Schulen soll dabei unterstützen, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Implementierung von Gesundheitsförderung zu entwickeln.

Objectives


  • Welche Capacities für die Implementierung von Gesundheitsförderung können Schulen in Österreich selbst entwickeln und welche Capacities benötigen sie zusätzlich?
  • Welche Capacity Building Maßnahmen für die Implementierung von Gesundheitsförderung in Schulen gibt es in Österreich auf der Ebene der Bundesländer?
  • Wie können die Bundesländer (Service Stellen Schulen, WiG) Schulen dabei unterstützen, Gesundheitsförderung zu implementieren?

Methodologies


  • Nicht-systematische narrative Literaturstudie zur Identifikation von förderlichen und hinderlichen Faktoren und zu Capacity Building für Gesundheitsfördernde Schulen.
  • Qualitative Studie in österreichischen Bundesländern: Interviews mit SchulleiterInnen (n=11) und VertreterInnen von Gesundheitsförderungs-AkteurInnen (n=18), sowie Analyse von Dokumenten (n=26).

Kooperationspartner


Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, Wiener Gesundheitsförderung.

Ethical Issues


Im Einklang mit dem Österr. Datenschutzgesetz.

Status / Timeline


2008-2011.

Results


Schulen und Bundesländer können bestimmte Capacities entwickeln, die die Implementierung von Gesundheitsförderung wesentlich unterstützen und damit erfolgreicher machen, wie zum Beispiel Wissen und Fähigkeiten, Commitment, Leadership, materielle und finanzielle Ressourcen (Details siehe Publikationen).

Produkte / Publikationen


Gugglberger, L., Kremser, W., Flaschberger, E., Dür, W. (2012):

Capacity Building für die Implementierung von Gesundheitsförderung im österreichischen Schulsystem. SWS-Rundschau, 52 (2), 181-201.

Abstract | Full Text


Gugglberger, L. (2011):

Support for health promoting schools: a typology of supporting strategies in Austrian provinces. Health Promotion International, 26 (4), 447-456.

Abstract | Full Text


Gugglberger, L., Dür, W. (2011):

Capacity building in and for health promoting schools: Results from a qualitative study. Health Policy, 2011 (101), 37-43.

Abstract | Full Text


Gugglberger, L., Felder-Puig, R. (2011):

Aktuelle Unterstützungsleistungen der Service Stellen Schule der österreichischen Gebietskrankenkassen. LBIHPR Forschungsbericht.


Gugglberger, L., Felder-Puig, R., Dür, W. (2009):

Capacity Building für Gesundheitsförderung in Wiener Schulen. Ergebnisbericht und Empfehlungen des Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research (LBIHPR). Wien: LBIHPR.


Gugglberger, L., Felder-Puig, R., Flaschberger, E., Kremser, W., Dür, W. (2009):

Capacity Building for Health Promotion in the Austrian School System. Wien: LBIHPR. (Working Paper LBIHPR. 2.)


Flaschberger, E., Dür, W. (2008):

Literaturstudie : Förderliche und hinderliche Faktoren in der schulischen Gesundheitsförderung. Ergebnisbericht. Wien: LBIHPR.

Projektteam


Wolfgang Dür (Projektleitung), Rosemarie Felder-Puig (Ko-Projektleitung), Edith Flaschberger, Lisa Gugglberger, Waldemar Kremser